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Ich bin der Erwachsene und du machst was ich sage Teil 2

Zu dem Thema „Ich bin der Erwachsene und du machst was ich sage“ gibt es schon eine Vorgeschichte in der Kategorie „Ordnung“, die du hier findest...

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Viele Eltern haben leider diesen tiefen Glaubenssatz „Ich bin Erwachsen und habe dadurch das sagen!“ Meine Mutter hat mir immer gesagt: „Du hast deine Mutter mit Respekt zu behandeln!“ Schon als Kind habe ich mich immer gefragt, warum soll ich sie mit Respekt behandeln, wenn sie mich respektlos behandelt?! Womit nehmen Eltern sich das Recht heraus, über Kinder zu bestimmen? Warum erwarten sie etwas, was sie selbst nicht vorleben? Wie sollen Kinder anders werden, was Eltern sich so oft wünschen, wenn sie doch genauso sind!?
Leider merke ich in meinen Coaching immer wieder, dass dieser Satz sehr verankert ist und Erwachsene sich regelrecht dagegen wehren, ihr Kind auf Augenhöhe zu behandeln. Dabei muss man immer unterscheiden: Einmal die Bedürfnisse des Kindes und Regeln. Natürlich darf man als Eltern auch über den Kopf des Kindes entscheiden, dass es z.B reinkommen soll, wenn es dunkel ist, sie altersgerechte Filme gucken sollen oder sie sich gesund ernähren sollen. Aber man darf es dem Kind auch gerne erklären und sie wie Individuen behandeln.
Wenn du gelernt hast, dass Spinat gesund ist, würdest du von deinem Partner verlangen, dass er Spinat isst? Warum dann von deinem Kind? Schaffe Kompromisse, wie: es darf eine Sache auf dem Teller nicht aufessen (wie den Spinat, aber dafür die Kartoffeln, Fischstäbchen oder Eier) oder notfalls isst es halt eine Scheibe Brot und bekommt halt mal nichts warmes zu essen. Wenn du beigebracht bekommen hast, dass man jeden Tag etwas warmes essen muss, schmeiß das Brot in den Toaster, dann ist es auch warm :) Erklär deinem Kind, warum es manche Dinge nicht darf. Deinem Partner würdest du ja auch erklären, warum du z.B nicht gerne Horrorfilme mit ihm gucken möchtest. Warum soll dein Kind nicht verstehen dürfen, warum du nicht möchtest, dass es gewisse Dinge NOCH nicht darf? Leider werden oft Verbote (im Dunkeln draußen zu sein, oder Filme ab Alter X zu verbieten) verwechselt mit Bedürfnissen, die jeder Mensch zur seiner freien Entfaltung braucht! Kinder dürfen auch mal kein Lust haben, etwas nicht wollen/mögen, müde, nicht müde sein, schlechte Laune haben uvm. So wie du als Erwachsener auch immer wieder mal anders empfindest!
Klar, darfst du deinem Kind sagen, dass es um Uhrzeit x ins Bett zu gehen hat, aber du wirst es nicht zum Einschlafen zwingen können. Es soll ruhig ein Buch lesen dürfen oder sich ein Hörspiel anhören, in der Hoffnung, dass die Müdigkeit kommt... aber mit „Licht aus und du hast jetzt zu schlafen!“ kannst du nichts erreichen. Bist du jeden Tag gleich müde?
Anderes Beispiel: Draußen ist es kalt, du frierst, dein Kind aber nicht! Warum diese Diskussionen: „ziehe eine Jacke an, weil ich es sage“?! Finde einen Kompromiss: „nimm die Jacke mit und wenn dir kalt wird, ziehe sie an“ Haben wir nicht alle ein unterschiedliches Wärmeempfinden? Wenn ihnen später kalt wird und sie froh sind eine warme Jacke dabei zu haben, werden sie eher denken: „oh da hat Mama oder Papa recht behalten“, als wenn sie die ganze Zeit in ihrer Jacke schwitzen müssen und nur sauer auf dich sind. Kindern lernen durch positive Erfahrungen, weil sie es in dem Moment selbst für sinnvoll erachten, nicht durch Zwang.
Du hast das Gefühl ständig im Kampf mit deinem Kind zu sein? Warum? Kämpft ihr vielleicht um das Gleiche? Hat dein Kind von dir gelernt, seinen Willen durchzusetzen? Hörst du deinem Kind zu oder ist es deswegen vielleicht so laut um sich Gehör zu verschaffen? Lügt dein Kind, weil Du vielleicht selbst zu dir nicht ehrlich bist? Ist dein Kind Grenzüberschreitend, weil du seine Grenzen nicht respektierst oder nicht konsequent bist? Ist dein Kind rebellisch, weil du keine andere Meinung zulässt? Setzt dein Kind sich nicht an erster Stelle, weil du es auch nicht tust? Schreit dein Kind, weil du es auch so vorlebst? Ist dein Kind unruhig, weil du es auch bist und sei es auch nur innerlich? Kann dein Kind keine Gefühle zulassen, weil du selbst schlecht Gefühle zeigen kannst? Haut dein Kind vor Gesprächen ab, weil du umgekehrt auch nicht zuhörst, wenn es mal mit dir reden will?
Macht dein Kind Dinge, wie viel am Tablet, PC oder Handy zu sein, weil du auch oft davor sitzt? Schenkst du deinem Kind volle, echte Aufmerksamkeit? „Jetzt hör mir zu“- hörst du immer aufmerksam zu? Wenn es weint, jähzornig  oder traurig ist, darf es dann die Gefühle ausleben oder empfindest du die Emotionen in dem Moment als für unangebracht?  Wenn du meinst, dass muss so sein, warum muss es für dein Kind indem Moment auch so sein? Lebst du deine Emotionen vor dem Kind aus und erklärst ihm, woher diese Emotionen kommen oder tut du immer so, als ob alles gut wäre und wunderst dich dann, dass dein Kind keine richtige Wahrnehmung hat? Schenkst du Geschwisterkindern die gleiche Aufmerksamkeit, oder wird eins bevorzugt und du wunderst dich dann, dass eins rebelliert?
Was meinst du, wie konnte dein Kind so werden wie es ist?
Man kann das Kind auch kleine Erwachsene nennen. Die Bezeichnung Kind oder Jugendliche ist am Ende nur entscheidend, welchen Eintritt sie bezahlen müssen oder ob sie Geschäftsfähig sind.

Kinder brauchen das gleiche wie Erwachsene: Vertrauen, Ehrlichkeit, Liebe und die Akzeptanz, dass es genauso gut ist, wie es ist!
Wenn du einen neuen Menschen kennenlernst, versuchst du ihn zu ändern? Wenn ja, ist das ein weiteres Thema, woran man arbeiten sollte. Wenn nein, warum willst du dein Kind ändern? Deine Kinder spiegeln dich, wie all die anderen Menschen in deinem Leben. Wenn du dich änderst, werden sich auch dein/e Kind/er ändern.

Behandle sie so, wie du gerne behandelt werden möchtest! Dabei ist es völlig egal, wer Erwachsen ist.

Manchmal können wir Erwachsene von kleinen Kindern viel mehr lernen, weil sie noch instinktiv und mit Herz handeln und nicht wie wir Erwachsene es beigebracht/eingeredet  bekommen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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