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Wann ist ein Mann ein Mann?

Wann ist ein Mann ein Mann?


Immer wieder treffe ich in den Social Medien auf Profile von Männern, Berater, Motivatoren, Coaches, die den Männern helfen wollen, RICHTIGE Männer zu werden.
Anstatt alt verankerte Denkmuster aufzulösen, werden sie verstärkt, wie z.B. ein Krieger zu sein.
Zitat: „Frauen testen Männer. Versage nicht, wenn sie dich testet. Sie will den Krieger in dir. Sie wollen nicht unbedingt beschützt werden, aber sie wollen einen Mann, der intellektuell, körperlich und in allen weiteren Aspekten „seinen Mann“ stehen kann.“ Zitat Ende.
Genau mit solchen Ansichten ist es doch kein Wunder, dass es oft zwischen Mann und Frau nicht passt. WER entscheidet, was es bedeutet „seinen Mann zu stehen“?
Ist für mich gleich zu setzen mit „definiere Schönheit“. Es liegt im Auge des Betrachters.

  • Die eine Frau legt viel Wert auf einen „starken“ Mann, der groß und muskulös ist und sie körperlich beschützen kann, einer anderen ist wiederum Loyalität viel wichtiger und empfindet dies als (s)eine große Stärke.
  • Für die eine Frau ist Humor der Türöffner, während der anderen sein Humor viel zu albern ist. Sarkasmus versteht auch nicht jeder.
  • Die eine schätzt seine Wortkargheit, die Andere möchte mehr Wörter hören. Mal zählen Worte mehr, mal Taten.
  • Ein leidenschaftlicher Mann wäre toll, aber einer, der nicht so viel Sex will auch.
  • Einer, der handwerklich etwas zu bieten hat, wäre klasse, eine Andere legt da so gar keinen Wert drauf.
  • Wichtig ist ihr vielleicht, dass der Mann Geld verdient, während der Nächsten wichtiger ist, dass man harmonisch zusammenleben kann, weil sie ihr Geld selbst verdient.
  • Ein Mann, der Kinderlieb ist wäre klasse, während eine andere Frau es viel besser finden würde, wenn er ihre Karriere unterstützt und er auch keine Kinder möchte.

Ihr versteht, worauf ich hinaus möchte?
Klischees sind dumm, da jeder Mensch individuell ist und jeder sich etwas anderes wünscht und andere Wertevorstellungen hat.


Tatsächlich finde ich dieses Zitat sogar recht amüsant, denn ich habe früher die Männer auch „getestet“. Weil ich mich selbst nicht geliebt habe, habe ich alles Mögliche getan, um die Männer zu vertreiben. Anfangs fanden sie es wohl gut und ihr Antrieb sich zu beweisen wurde gestärkt, doch irgendwann geht jedem mal die Puste aus. Wenn der Mann dann aufgegeben hatte, konnte ich leicht behaupten: „Tja, wusste ich es doch, du bist schwach! Du hast einfach aufgegeben“ Ich bekam also wieder den Beweis, wie von meinen Eltern, dass ich nicht liebenswert war und man einfach nicht um mich kämpft! Ich möchte gar nicht wissen, was mein krankhaftes Verhalten in dem Mann zerstört hat. Nun weiß ich, dass ich als erstes mich selbst lieben muss. Wie konnte ich erwarten, dass man mich liebt, wenn ich mich selbst nicht mal liebe?!


So wie jeder anders groß wird und andere Dinge priorisiert und „Männer“ wie „Schönheit“ anders definiert, muss dir auch bewusst sein, dass du vielleicht auch auf einen „kranken“ Menschen gestoßen bist, der versucht, sich fehlende Liebe, Anerkennung, Wertschätzung und /oder Bestätigung in einer Beziehung zu holen, um Defizite aus seiner Kindheit auszugleichen. Manche testen oder provozieren, weil sie gelernt haben sich so Gehör und/oder Sicherheit zu verschaffen. Manche sind misstrauisch, weil man ihnen auch nie vertraut hat. Manche lösen Konflikte durch Schreien, Abhauen, wegrennen, weil sie es nicht anders gelernt haben.
Manche sind narzisstisch und dies fällt dir erst nach vielen Monaten oder Jahren auf, weil es unter dem Deckmantel des Verliebtseins zunächst nicht zum Vorschein gekommen ist. Es wird dann aber schwierig, etwas zu verändern, weil man liebt, sich aneinander gewöhnt hat oder Kinder im Spiel sind.
Um sein richtiges Gegenstück zu finden, um „seinen Mann zu stehen“, ist es wichtig zuerst an sich zu arbeiten. Wer bin ich? Wer will ich sein? Was sind meine Stärken, was sind meine Schwächen?
Lerne deine Schwächen zu akzeptieren und konzentriere dich auf deine Stärken.


Bist du klein, aber dafür humorvoll? Konzentriere dich auf die Frauen, die Humor anziehend finden.
Bist du dünn und hast keine „typische Männerfigur“, aber dafür einen hohen Intellekt, dann fokussiere dich auf Frauen, die Intelligenz höher wertschätzen als Äußerlichkeiten. Zudem könnte es auch besser passen, wenn beide auf dem gleichen intellektuellen Stand sind.
Leidest du unter deinem fehlenden Kopfhaar, lerne dich zu lieben wie du bist und du wirst sehen, wie viele Frauen selbstbewusste Männer bewundern und ihnen Kopfhaare völlig unwichtig sind.
Ich könnte tausend Beispiele benennen.


WICHTIG IST: Klischees bringen keinen weiter. Frauen eben so wenig, wie Männer!

 

Du wirst immer das Anziehen woran du glaubst. Nehmen wir als Beispiel, du wünschst dir eine Beziehung auf Augenhöhe, glaubst aber zeitgleich man MUSS eine Frau beschützen. Das Leben bringt dir genau die Person, mit der du lernen darfst, bist du endlich weißt was du willst. Du bekommst eine Frau, die nicht beschützt werden will oder eine Frau, die auch glaubt, dass der Mann eine Frau beschützen muss. Das Ziel *auf Augenhöhe eine Partnerschaft* zu führen, wirst du damit definitv aber nie erreichen, solange dein (unbewusstes) Denken und Handeln (deine Wünsche/Ziele) widersprüchlich sind.
Lerne dich selbst zu lieben, wertzuschätzen und zu akzeptieren und du wirst genau das anziehen, was du dir wünscht. Wenn du dich an alten Denkmustern festhält oder glaubst, ein Krieger sein zu müssen, dann wirst du auch immer die Menschen anziehen, die auch glauben, einen Krieger zu wollen.

 

Doch hört sich das nicht schon total anstrengend an? Soll so dein Leben aussehen?

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