Ordnung, Geld und die Wahrheit dazwischen
(Dieser Text ist beim Schreiben entstanden. Ein Gedanke hat den nächsten mitgebracht, so wie in einem Gespräch.)
Ich hatte vor Kurzem einen Beitrag (Bilder sind ganz unten) über Steuervergleiche gepostet, weil ich euch gerne mit hinter die Kulissen nehme und euch auch immer wieder die Tücken der Selbstständigkeit und von Social Media zeige, weil viele das nicht wissen und ich für mehr Realität bin. Denn besonders auf Social Media sieht man viele Fake-Profile und es scheint immer alles so leicht und toll auszusehen. Wie man in ein paar Wochen Millionär wird und in 10 Minuten einen Online Kurs baut. Oder raus aus 9to5. Alles erscheint immer so leicht und man fühlt sich fast schlecht, weil es einem nicht so leicht gelingt. Auch wenn es bei mir oft leicht erscheint und auch wenn ich aus vielen Steinen etwas Positives gemacht habe, gibt es trotzdem dunkle Tage und die wird jeder haben.
Das ist das Leben.
Egal, wie sehr man affirmiert und auch wie sehr man abgegrenzt ist und sich angekommen fühlt, fühlt sich das Leben manchmal ungerecht an. Früher hätte es mir den Boden unter den Füßen gerissen, heute ärgere ich mich nur für einen Moment und möchte euch daran teilhaben lassen.
Ordnung bedeutet für mich nicht nur, immer irgendwelche Ordnungssysteme zu installieren oder zu verkaufen oder irgendwelche Putzhacks zu teilen oder noch mehr Tipps zu geben, wie man Dinge von links nach rechts räumt. Mein Account unterscheidet sich, weil ich Ordnung umfassend sehe und besonders auch die Ordnung im Kopf, weil ich selbst aus einer zwanghaften Störung komme und viele Tipps und Accounts deshalb anders betrachte.
Bei mir war Ordnung ein Stellvertreter. Ich habe mir über Ordnung Liebe und Anerkennung geholt. Es hat trotzdem nie ausgereicht, egal wie perfektionistisch ich wurde. Ich habe irgendwann solche Zwänge entwickelt und mich selbst nicht mehr geliebt. Ordnung war mein Kontrollmechanismus und mein Schutz vor Versagen, Ängsten und vielem mehr.
Dementsprechend sehe ich natürlich vieles anders und besonders bei diesen Accounts, wo man predigt: Mache jeden Morgen dein Bett, mache jeden Morgen dies und jeden Tag das, erkenne ich dort auch Schutzmechanismen. Ordnung sollte nicht unser Leben kontrollieren. Ordnung sollte begleiten. Zudem bedeutet Ordnung, dass alles einen festen Platz hat, und wenn dem so ist, wird das Aufräumen sehr leicht. Viele erkennen aber nicht einmal den Unterschied zwischen Aufräumen und Ordnung halten. Für mich sind das sehr große Unterschiede. Genauso wie glücklich sein und Zufriedenheit Unterschiede sind. Viele streben nach Glück. Ich strebe nach Zufriedenheit und tatsächlich passt das zu meiner jetzigen Situation ganz gut. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, aber definitiv nicht glücklich.
Das wollte ich auch mit meinem Post bei Instagram ausdrücken, den ich wieder rausgenommen habe, weil ich mich habe überreden lassen. Das mache ich jetzt aber durch
diesen Blog wieder rückgängig 😉
Es fühlte sich nicht authentisch an, dieses Wissen nicht mit euch zu teilen. Denn auch Steuern oder vorbereitende Buchführung sind Teil meines Jobs. Auch das ist
ein sehr wichtiger Punkt zum Thema Ordnung.
Genau aus diesem Grund habe ich den Steuerbeitrag gepostet. Daraufhin kam Kritik. Es wurde gefragt, was das auf meinem Ordnungs-Account zu suchen hätte. Andere hätten Ähnliches gesagt. Das hat mich geärgert. Kritik an sich finde ich wichtig. Argumente, die auf „anderen“ basieren, weniger. Aber es kam ein Argument, dass es so aussehen würde, als würde ich jammern oder als würde es bei mir nicht gut laufen. Das habe ich ernst genommen, denn das ist nicht das, was ich zum Ausdruck bringen wollte, und habe mir gedacht, ein Blog lässt mir mehr Spielraum für Ausführlichkeit.
Ich habe einen guten Überblick über meine Finanzen, kann gut mit Geld jonglieren und habe schon viel in meinem Leben beruflich mit Geld zu tun gehabt. Als Assistentin der Geschäftsführung oder in der Personalabteilung bekommt man natürlich viel mit aus unterschiedlichen Bereichen. Dennoch ist es immer etwas anderes, wenn man selbst noch einmal mittendrin steckt. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, macht man einen Businessplan, und mein Ordnungscoaching war nicht meine erste Selbstständigkeit.
Mit einer lieben Kollegin stehe ich auch regelmäßig im Austausch über Steuern, die Tücken der Selbstständigkeit, zu viele Aufträge, zu wenige, das Aushalten des Auf und Abs und vieles mehr. Man sieht am Ende des Jahres seine Ein- und Ausgaben. Irgendwann ein halbes Jahr später weiß man, was man an Einkommensteuer bezahlen muss, und noch einmal ein paar Monate später weiß man, wie viel Krankenkassenbeiträge schlussendlich für das zurückliegende Jahr berechnet werden.
Irgendwie fühlt es sich ständig nur nach Ausgaben an und man weiß eigentlich nie wirklich, wie viel man schlussendlich hat. Wenn man viele Einnahmen generiert , fühlt es sich auf einmal gar nicht nach mehr Einnahmen an, sondern manchmal nur nach mehr Arbeit.
Lief das Jahr gut, werden für das kommende Jahr die Beiträge zur Vorauszahlung für Krankenkasse, Gewerbesteuer und Einkommensteuer angepasst. Es kann also passieren, dass du im aktuellen Jahr berechnete Beiträge für das Vorjahr zahlst, obwohl das aktuelle Jahr gerade gar nicht so gut läuft.
Ein Beispiel aus meiner privaten Situation, die mich direkt im ersten Jahr sichtbar staunen ließ: Ich hatte früher einen 30-Stunden-Job im Büro. Gutes Einkommen. Viel Zeit für private Dinge im Büro, weil ich meinen Job gut gemacht habe und schnell fertig war, und Ruhe, besonders nach Feierabend. Körperlich war die Arbeit null anstrengend. Heute erledige ich all das, was ich früher im Büro gemacht habe, zusätzlich zu meiner eigentlichen Arbeit. Daher habe ich aktuell nicht einmal mehr Lust, nach Urlaub zu recherchieren oder zu planen, weil es mir hier zu Hause zu anstrengend erscheint, während ich es damals im Büro aus Freude gemacht habe, um meine Langeweile zu vertreiben. Zu meinem Bürojob hatte ich zusätzlich Mieteinnahmen. Diese wurden minimal versteuert, gefühlt gar nicht, weil sie die 12.000-Euro-Grenze nicht überschritten haben. Kaum war ich selbstständig, gehörten die Mieteinnahmen zum Gewinn. Somit habe ich auch auf diese Einnahmen Krankenversicherung und Sozialabgaben gezahlt, meine eigene Steuerlast wurde größer und ich musste zudem 7 % Mehrwertsteuer abführen, weil ich es als Gästewohnung vermietet habe. Bedeutet: bei gleichen Einnahmen als Selbstständige wie im Büro als Angestellte plus meine Mieteinnahmen, habe ich habe als Selbstständige mit exakt den gleichen Zahlen deutlich weniger übrig.
Ist das gerecht? Nein. Bin ich deswegen unzufrieden? Nein. Aber es macht mich nicht glücklich, und ich empfinde das auch nicht als fair, weil ich zusätzlich die Risiken trage. Ich weiß die Vorteile der Selbstständigkeit zu schätzen. Ich bin ein Mensch, der dafür gemacht ist. Ich kann gut damit leben, keine festen Zeiten zu haben, flexibel arbeiten zu können oder zu müssen, nicht jedes Wochenende frei zu haben, eine unsichere Auftragslage zu akzeptieren und auch das Risiko von Krankheit zu tragen. Dennoch darf ich doch auch sagen, wie unfair das ist, und dass man das auch mal benennen darf, um vielleicht mehr Verständnis für unsere Mitmenschen zu schaffen. Denn auch ich sehe mittlerweile jeden Dienstleister in einem ganz anderen Licht, einfach aufgrund meines Wissens, das ich mit euch teilen möchte. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung.
Noch ein kleiner Auszug nebenbei: Als ich mein Haus gekauft habe, habe ich eine Wohnung vermietet, um die Kreditraten leichter abzubezahlen. Leider habe ich mich für eine Mieterin entschieden, die mir am Ende das Leben sehr schwer gemacht hat und irgendwann auch keine Miete und Nebenkosten mehr bezahlt hat. Diese Person rauszuklagen hat mich am Ende so viel gekostet, wie ich in zwei Jahren Miete eingenommen habe. Zudem war meine ganze Wohnung verwahrlost. Ich musste die Küche renovieren, Schimmel beseitigen und die Duschtasse austauschen. Der Oberhammer ist, dass diese Person zu keinem Gerichtstermin erschienen ist. Ich habe jetzt einen Haftbefehl gegen sie, könnte sie verhaften lassen, müsste dafür aber jeden Tag 30 Euro zahlen.
Ist das fair? Absolut nicht. Bin ich glücklich, dass es so gekommen ist? Definitiv, weil ich danach in die Ferienvermietung gegangen bin und dadurch deutlich mehr Geld verdient habe als mit normalen Mieteinnahmen und viel mehr Ruhe hatte. Ich habe die Wohnung öfter für mich für private Angelegenheiten genutzt und habe viele nette Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Berufen kennengelernt und dadurch auch mein Wissen erweitert. Am Ende habe ich aus privaten Gründen die Ferienvermietung aufgegeben, aber es war ein sehr schöner, wohlwollender Abschnitt.
So, zurück zu meinem Steuerbeitrag. Auch hier wollte ich nicht nur nach Gefühl gehen, sondern habe recherchiert und einfach die KI nach Zahlen und Vergleiche gefragt.
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung, meiner sehr gut vorbereiteten Buchführung und weil ich meine Steuererklärung selbst mache, war mir vieles bereits bekannt. Ich habe auch immer wieder Kundinnen und Kunden sowie Freunde und Bekannte, denen ich helfe.
Besonders Menschen, die sich neu selbstständig machen, klagen darüber, welche Abgaben tatsächlich auf einen zukommen. Umsatzsteuer kennen wir alle, auch wenn sie einem als Nichtselbstständige nicht wirklich bewusst ist, wie sehr sie ins Gewicht fällt, bis man sie selbst abführen muss. Man entwickelt mit der Zeit ein anderes Bewusstsein.
Am Anfang schreibt man zum Beispiel seine erste Rechnung über 1.000 Euro, und es fühlt sich viel an. Doch dann muss man bereits am Anfang die ersten 190 Euro Umsatzsteuer direkt weitergeben. Je nach Gesamteinnahmen steigen, nicht sichtbar, aber wissentlich, Einkommensteuer, Gewerbesteuer und die Sozialabgaben.
Irgendwann versteht man, dass am Ende, wenn man Glück hat, von den 1.000 Euro vielleicht die Hälfte übrig bleibt, ohne dass man dabei Vorsorge für Rente oder eine Absicherung für Krankheit geschaffen hat.
Ich habe oft mit Handwerkern gesprochen und kenne auch einige persönlich, die von der Gewerbesteuer regelrecht überrollt wurden, weil plötzlich hohe Zahlungsaufforderungen kamen. Diese Zahlen können schockieren. Ab einer gewissen Summe, zum Beispiel ab einem Bereich von 50.000 Euro steigen Sozialabgaben und Gewerbesteuer deutlich. Am Ende bleibt teilweise weniger übrig als bei einem Angestellten, siehe Bilder unten.
Besonders stark steigen dann die Krankenkassenbeiträge, vor allem wenn man, so wie ich, freiwillig gesetzlich versichert ist. Am Ende bei mtl 5800€ brutto zahlt man schnell den Höchstsatz der Krankenkasse von 1250 € allein, ohne Arbeitgeberzuschuss und ist trotzdem „nur“ gesetzlich versichert, während viele Zusatzleistungen selbst gezahlt werden müssen.
Ich bin zum Beispiel mittlerweile zu alt für eine private Krankenversicherung, und auch früher habe ich keine private Zusatzversicherung bekommen, weil ich in therapeutischer Behandlung war. Das ist unter anderem auch ein Grund, warum ich Menschen oft ein Coaching empfehle statt direkt eine offizielle Therapie. Ausgenommen sind natürlich ernsthafte Erkrankungen, bei denen professionelle medizinische oder therapeutische Hilfe zwingend notwendig ist.
Also, wenn ich 5800€ als Vergleich nehme zwischen einem selbstständigen und einem Angestellten, bleiben faktisch dem Selbstständigen fast 900€ weniger als dem Angestellten. Zitat von chatgpt:
Genau das ist der Punkt, den viele nicht sehen:
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Hoher Umsatz ≠ hohes verfügbares Einkommen
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„Du verdienst doch gut“ ist oft fachlich falsch
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Ab einer bestimmten Grenze arbeitet man überproportional für Abgaben
Ähnlich gerecht ist es, wenn man alleinerziehend ist. Ob Steuerklasse 1 oder 2 macht wirklich kaum einen großen Unterschied. Für die paar Euro mehr kann man kein Kind durchfüttern oder es sich erlauben, weniger arbeiten zu gehen.
Ein weiteres Besipiel: Mein Sohn und ein Freund haben vor zwei Jahren auch einen Gewerbeschein beantragt und keinen Cent eingenommen. Dennoch haben sie im Jahr 2026 eine Mahnung bekommen, mit Androhung von 25.000 Euro, wenn sie keine Umsatzsteuerjahreserklärung für 2024 abgeben. Lernt man das eigentlich in der Schule oder im Studium? Spoiler: Natürlich nicht.
Ich finde es erstaunlich, dass man jederzeit einen Gewerbeschein beantragen kann, ohne verpflichtend darüber aufgeklärt zu werden, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind.
Ein Kurs dazu wäre sinnvoll, unter anderem auch darüber, was Gewerbesteuer konkret bedeutet, wann diese anfällt, wie einschneidend sie sein kann und wie man das beim Finanzamt einreicht. Am Telefon vom Finanzamt kam die Antwort, man könne sich ja auch einen Steuerberater nehmen. Also soll man bei 0 Euro Einnahmen einen Steuerberater für 200 Euro bezahlen, damit er einem zeigt, wie man eine Nullmeldung beim Finanzamt einreicht?
Ich habe das mit einem Freund gelernt und es den beiden gezeigt. Dennoch ärgert es mich, warum man alles leicht beantragen kann, ohne Verpflichtung, aber dann zu tausend Dingen verpflichtet ist, wie zu einer weiteren Einkommensteuererklärung. Denn nur weil mein Sohn und sein Freund keine Einkommensteuererklärung gemacht haben, weil sie Studenten sind und keine Einnahmen haben, müssen sie jetzt eine Umsatzsteuererklärung machen. Verrückt oder? Oder eine Bürokratie, die einen bewusst dazu weiter drängen möchte im Hamsterrad zu bleiben?
Oder anderes Beispiel: Facebook, kostet mich gerade wirklich den letzten Nerv. Jeder kann sich eine Seite für sein Business erstellen, so wie ich meine „Finde einen Weg zur Ordnung“-Seite. Ich konnte mir sogar selbst die Adminrechte nehmen, aber um sie wieder zurückzubekommen, muss man gefühlt nackt einen Handstand machen, und auch nur, wenn der gut aussieht, reicht es immer noch nicht. Werbung lässt sich schalten. Geld wird abgebucht. Aber eine Rechnung zum Absetzen erhalte ich nicht, weil mir die Adminrechte fehlen. Beiträge werden 1:1 über Instagram gepostet, aber ich kann sie bei Facebook weder bearbeiten noch löschen.
Seit Wochen schreibe ich mit Facebook. Immer fehlt etwas. Immer neue Anforderungen. Ausweis, Domainnachweise, unterschiedlichste Rechnungen, Unterschriften, Briefpapier, alte und neue E-Mail-Adressen, irgendwelche IDs, Textpassagen und das alles in einer bestimmten Reihenfolge. Am Ende kamen nur noch Tränen, weil ich nicht mehr verstanden habe, was sie von mir wollten. Heute habe ich bestimmt meine 40. Mail von Facebook bekommen, weil folgendes fehlt: Eine Beschreibung Ihres Verhältnisses zum Geschäftsportfolio und Ihrer Befugnis, diese Änderung zu beantragen, sowie eine detaillierte Begründung für Ihren Änderungsantrag (z. B. Beendigung des Arbeitsverhältnisses, betriebliche Umstrukturierung). Falls Ihnen der Name der/des derzeitigen Verantwortlichen für das Geschäftsportfolio und deren/dessen Verhältnis zum Geschäftsportfolio bekannt sind, geben Sie diese Informationen bitte in Ihrer Erklärung an.
Ich hatte den bereits geschrieben: ICH bin Geschäftsinhaberin, Gründerin, Admin, habe kein Mitarbeiter. Ich verstehe es einfach nicht mehr und empfinde auch das nur noch als reine Schikane.
Bin ich übersensibel, hormonell gesteuert, einfach überarbeitet oder einfach nur dumm? Keine Ahnung. Ich schiebe es auf die Technik, die uns mürbe macht, spätestens dann, wenn sie nicht funktioniert.
Jede App fragt nach Passwörtern. Dieses Thema begegnet mir auch bei meinen Kundinnen und Kunden ständig. Digitalisierung ist Segen und Belastung zugleich. Ich habe bei meinen zwei Stammkundinnen, bei denen es nur um Ablage und Technik geht, immer das gleiche Thema. Meine 78-jährige Kundin fragt mich, wie sie das denn noch verstehen soll, und ich fühle das sehr, weil es mich als fast 50-Jährige oftmals an die Grenzen bringt, besonders wenn man gefühlt in so einer Technikversagenswelle mitschwimmt.
Ich habe über zwei Monate ausschließlich an meinem Onlinekurs gearbeitet und in dieser Zeit keine Einnahmen generiert. Ich wollte etwas Sinnvolles auf den Markt bringen. Für meine Kundinnen und Kunden. Für viele andere Menschen.
Ich habe viel Wissen und erlebe in meiner Arbeit täglich, wie hilfreich ich sein kann, durch neue Denkansätze, meine Erfahrungen und Tipps, wie man mit anderen Perspektiven sein Handeln und Denken ändern kann, um entspannter zu leben.
Ich war sehr glücklich, als dieser Kurs fertig war. Nach weiteren Wochen Technik, vielen Tränen und viel Verzweiflung konnte ich ihn schließlich anbieten. Die Ernüchterung folgte schnell. Der Kurs wird nicht so angenommen, wie ich es mir erhofft hatte. Die Verkäufe sind schleppend.
Jetzt heißt es wieder, Geld in die Hand zu nehmen und Werbung schalten über Facebook und Instagram. Das ist alles andere als leicht. Man sucht Anzeigen, auf die Menschen klicken. Aktuell fließt viel Geld, ohne dass es sich trägt. Die Ideen gehen mir aus. Ich bin müde.
Zudem sehe ich andere Anzeigen, in denen es immer darum geht, wie schnell man mit der KI einen Kurs erstellen soll, während meiner aus echter Erfahrung beruht. Ich weiß das so genau, weil ich es ja oft erlebt habe. Ich habe viel mit ChatGPT geschrieben, weil ich einen besseren grammatikalischen Inhalt wollte, und dabei gemerkt, dass oft nicht verstanden wurde, worum es in meinen Texten geht. Wörter wurden verändert, die den Sinn komplett verschoben haben, weil dort nur dieses klassische Aufräumen bekannt ist, ohne die psychologische Sicht, wenn man selbst aus einer anderen Erfahrung kommt.
Ich glaube, aus meinem Zwang heraus, jetzt Menschen zu helfen und zu verstehen, die im Chaos feststecken, ist schon etwas Besonderes.
Selbst eine Freundin hat mich gefragt, ob ich meine Kunden wirklich nachfühlen kann, weil ich ja nie dieses äußere Chaos hatte. Und auch ihr habe ich zu 100 % geantwortet, natürlich kann ich das nachempfinden, weil dieses Verhalten oft aus einem Schutzmechanismus heraus entsteht und jeder Dinge anders umsetzt.
Ich habe kontrolliert, andere geben Kontrolle ab, aber am Ende geht es immer um etwas zu verarbeiten, beziehungsweise um Dinge, die man nicht verarbeitet hat.
Viele meiner Kunden haben auch depressive Verstimmungen, keinen Spaß mehr am Leben, keine Liebe für sich selbst, und auch das kenne ich zu 1000 %. Am Ende ist Ordnung Selbstfürsorge, so wie Zähneputzen. Wir putzen unsere Zähne nicht für andere, wir putzen die Zähne für uns. Vernachlässigen wir das, fliegen uns die Zähne irgendwann um die Ohren. Putzen wir zu viel, entsteht Putzkorrosion. Genau das gleiche Prinzip.
Genau so arbeite ich mit Metaphern in meinem kompletten Kurs, weil mir das auch in meinem Leben sehr geholfen hat, ein besseres Verständnis für Dinge zu bekommen und Dinge umzusetzen, weil ich sie verstanden habe. Denn nur durch echtes Verständnis können wir etwas ändern.
Ich hatte heute ein Telefoninterview, welches sicherlich bald veröffentlicht wird, und auch dort habe ich meiner Interviewerin erklärt, wie sehr Ordnung und Psychologie zusammenhängen. Sie konnte viele Dinge mitnehmen, und ihr Feedback zu meiner Person war herzerwärmend. Ich bin sehr gespannt auf ihren Bericht. Sie hat vieles nun anders verstanden und auch die Parallelen erkannt, dass im Leben alles subjektiv ist, auch bei Ordnung. Nur bei Ordnung denken Menschen oft, sie könnten bewerten oder entscheiden, was für jemanden gut ist oder nicht. Ich habe nicht nur viel aus eigener Erfahrung gelernt, auch meine Kunden haben mich noch einiges gelehrt.
So wie bei meinen Steuern. Ich hatte mein Wissen schon vorher, aber erst als ich das wirkliche Verständnis hatte, wusste ich, was ich anders machen kann. Entweder mehr auszugeben oder bis zu einem gewissen Punkt zu arbeiten und sich danach bewusst die Ruhe zu gönnen, weil man danach nur noch für Abgaben arbeitet. Statt sich Sorgen zu machen, dass man mehr Geld verdienen muss, kann man auch sagen: Ab jetzt reicht es. Sonst arbeite ich nur noch für noch mehr Abgaben.
Oder ich kann verstehen, dass ich mich mehr bewegen sollte. Aber erst, wenn ich wirkliche körperliche Einschränkungen habe, gesundheitliche Probleme spüre und merke, was Bewegung mit meinem Körper macht, entwickle ich ein tiefes Verständnis.
Genau darum geht es in meinem Kurs. Um Verständnis. Um eigene Persönlichkeitsentwicklung, Selbstliebe, Selbstfürsorge. Und das Ganze immer im Zusammenhang mit Ordnung. Ich persönlich finde das schon ziemlich einzigartig.
Ich bin überzeugt von meinem Produkt: Ordnung ohne inneren Druck, mit psychologischem Hintergrund, Erfahrungen und verständliche Metapher und Übungen zum Umsetzen. Geeignet für Menschen, die zu viel aufräumen, genauso wie für Menschen, die aufschieben, überfordert sind, keine Zeit haben und ständig mit ihrem Leben strugglen.
Selbst Freunde ohne Ordnungsprobleme waren begeistert von meinem Kurs und haben Dinge danach verändert und sogar umgesetzt. Eine Freundin erzählte mir, dass sie nach einem Video erst einmal mit ihrem Sohn gespielt hat, statt weiter über ihr Leben zu grübeln.
Ein Onlineprodukt ist etwas Schönes. Die Technik dahinter ist komplex und irgendwie konnte ich mich mit vielen Tipps aus dem 2.500-Euro-Kurs, den ich mir gekauft habe, um meinen eigenen Kurs aufzubauen, nicht anfreunden. Beim Verkaufen geht es oft um Manipulation. Ich habe immer gedacht, ich bleibe ehrlich. Dafür schätzt mich meine Community. Aber da der Verkauf so mager ist, muss ich wohl lernen, wie man manipuliert, und auch das macht mich gerade nicht glücklich.
Wollen Menschen manipuliert werden? Ich befürchte leider ja. Aus meinen Vodafone-Zeiten weiß ich noch, wenn es einen richtig guten Tarif für wenig Geld gab, haben die Leute es nicht geglaubt und immer einen Haken gesehen. Ich habe nie verstanden, warum.
Die Kritik an meinem Steuerbeitrag entstand wahrscheinlich auch dadurch, dass ich darunter in der Caption geschrieben habe, ich würde mir wünschen, wir würden weniger über Vermögenssteuer diskutieren und einfach mehr Geld im Portemonnaie haben können. Ich glaube tatsächlich, dass sich daran einige gestoßen haben, und auch das finde ich in der heutigen Zeit einfach nur noch traurig. Man kann kaum noch etwas zur Diskussion bringen oder sich austauschen, ohne gleich verurteilt oder in eine Ecke geschoben zu werden. Man ist immer sofort links oder rechts, extrem, verbunden mit negativen Zuschreibungen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass politische Themen jemals so aufgeladen waren. Ich verstehe auch nicht, warum man sich heute nicht mehr austauschen kann. Ist es nicht ein Fakt, dass wir uns am Ende alle wünschen, mehr von unserem Geld zu behalten und mehr Kaufkraft zu haben?
Müssen wir wirklich über Mindestlöhne diskutieren, oder wäre es nicht schöner, wenn wir einfach mehr von unserem Geld hätten? Dabei ist doch egal, ob jemand 15 oder 50 Euro verdient. Entscheidend ist doch, was am Ende übrig bleibt.
Aktuell wird alles teurer, und wir haben immer weniger. Wir zahlen Kapitalertragsteuer auf Erspartes, es gibt Schenkungssteuer, Erbschaftssteuer, enorme Steuern auf Spritpreise, Steuern auf Gas und Strom. Es gibt kaum etwas, das nicht besteuert wird. Warum sprechen wir dann über immer neue Steuern, statt auch mal darüber, Steuern wegfallen zu lassen?
Ich glaube, viele Menschen würden Steuern sogar gerne zahlen, wenn das Geld sichtbar im eigenen Land bleiben und sinnvoll genutzt würde. Ich habe so viele Kunden aus unterschiedlichen Berufen, bei denen ich immer wieder neue Missstände mitbekomme. Krankenhäuser, Pflege, Betreuung psychisch kranker Menschen, Kindergärten, Gefängnisse und so vieles mehr. Mein Wissen darüber ist inzwischen so groß, dass es mich oft nur noch traurig macht, wie Gelder verschwendet werden, statt sinnvoll eingesetzt zu werden.
Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Menschen, die sich nicht klar für eine Seite entscheiden, sondern sich jede Seite anhören und für jede Seite Verständnis aufbringen. Ich bin gerne im Austausch, weil jeder seine eigene Wahrheit hat. Auch darum geht es in meinem Kurs. Es geht nicht um die eine Wahrheit, sondern um Perspektiven, neue Sichtweisen und darum, dass sich jeder das herausnimmt, was für sein eigenes Leben passt.
Das wünsche ich mir auch gesellschaftlich für die Zukunft. Dass wir aufhören, uns gegenseitig aufzuhetzen. Dass wir aufhören, Menschen aufgrund einzelner Aussagen zu verurteilen. Dass wir versuchen, hinter die Kulissen zu schauen, warum jemand so denkt. Selbst wenn jemand rechtsradikal ist, hat er seine Gründe, oft aus eigener Erfahrung heraus. Jeder bewertet und handelt aus seiner eigenen Geschichte. Ich will damit nichts schön reden oder etwas gut heißen, sondern auffordern zu schauen warum jemand so ist. Auch unsere Eltern, die uns vielleicht Schaden zugefügt haben, handeln aus ihren Erfahrungen. Ich glaube daran, dass niemand böse geboren wird.
Auch dazu gibt es in meinem Videokurs eine Lektion, unter anderem mit einer Filmliste meiner Lieblingsfilme, die helfen können, andere Sichtweisen zu entwickeln. Es ist ähnlich wie mit Religion. Jeder glaubt an irgendeinen Gott oder an etwas Höheres. Jeder hat seine Wahrheit für sich gefunden. Aus jeder Religion kann ich mir etwas ziehen. Aus jeder Religion habe ich Verständnis und kann Dinge für mich übernehmen. Aber ich glaube nie an eine komplette Religion, weil jede auch Aspekte hat, die ich für mich nicht annehmen kann.
Ich habe mich erst vor Kurzem mit einer Zeugin Jehovas sehr respektvoll über Religion ausgetauscht und mit einer anderen Kundin, die einem anderen Bibelkreis angehört.
Mein Fazit am Ende ist immer gleich: Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Ich habe diesen Satz kürzlich zu meiner Kundin gesagt und sie meinte, er stamme von einem bekannten Philosophen. Ich habe leider vergessen, von wem genau. Aber dieser Satz passt sehr gut zu meiner Einstellung.
Jeder sieht seine Wahrheit aus seiner Perspektive. Jeder glaubt an etwas, ob politisch, religiös oder spirituell. Und das ist auch gut so. Noch besser finde ich es, daran zu glauben, dass es mehrere Wahrheiten gibt.
So wie meine Wahrheit. Ich bin zufrieden. Ich werde oft auf meine Energie und Positivität angesprochen. Ich habe vieles geschafft: Depressionen, suizidale Gedanken, Ordnungszwänge. Heute habe ich ein entspanntes Leben. Auch die Wechseljahre habe ich gut im Griff. Und trotzdem bin ich gerade müde, dünnhäutig und hinterfrage vieles.
Gleichzeitig weiß ich, dass ich weitermache. Dass am Ende alles so kommen wird, wie es kommen soll, weil ich darauf vertraue, dass alles gut wird. Trotzdem hinterfrage ich das System und empfinde es als ungerecht. Manchmal weine ich so heftig, dass mir das Gesicht schmerzt. Manchmal schreie ich Gott an und frage mich, warum er es mir so schwer macht. Dann wird es ruhig in mir. Ich weiß nicht, ob da eine Stimme flüstert, aber ich spüre, dass es noch schlimmer kommen könnte. Das Schlimmste wäre, wenn einem meiner Kinder etwas passieren würde.
Dann werde ich ruhiger. Ich beruhige mich und weiß: Das Schlimmste ist nicht eingetreten. Also beruhige dich. Alles wird gut. Es gibt nichts, was man nicht lösen kann. Aber ich lasse meine Gefühle raus. Ich bin traurig, wütend, verzweifelt. Und nachdem ich diese Gefühle durchlebt habe, geht es mir wieder besser. Ich spüre Zuversicht und Hoffnung, dass alles gut wird. Auch die Hoffnung, dass wir Menschen irgendwann wieder mehr zusammenhalten und uns nicht gegenseitig verurteilen oder aufhetzen. (auch das Durchleben deiner Gefühle lernst du in meinem Kurs)
Warum schreibe ich das alles? Manchmal weiß ich es selbst nicht. Oft denke ich, ich sollte es für mich behalten. Viele wollen Unterhaltung, Tipps und Ablenkung. Schlechte Nachrichten gibt es genug. Trotzdem geht es mir persönlich besser, wenn Menschen mir ihre Themen oder Probleme mitteilen. Ich fühle mich nicht überfordert, nur weil ich selbst Probleme habe. Ich fühle mich gebraucht, wenn mir jemand seine Geschichte anvertraut. Und ich spüre, dass meine eigenen Probleme ein bisschen leichter werden.
Wir alle haben unser Päckchen zu tragen, und für jeden ist sein Päckchen das schwerste. Bedenke immer: Nur weil du das Päckchen eines anderen nicht so schwer empfinden würdest, kann es für diese Person unheimlich schwer sein.
Aus einem gelöschten Steuerbeitrag ist nun dieser Blog entstanden. Das Schreiben hat mir gutgetan. Das ist meine Art, mit Dingen umzugehen und mir noch einmal bewusst zu werden, was mich bewegt.
Tatsächlich ist mein Kurs auch aus einem Buch entstanden, das ich angefangen habe zu schreiben. Ich dachte mir, heutzutage hören Menschen lieber, als zu lesen. Ich persönlich lese auch nicht gerne, aber ich schreibe gerne. Verrückt oder?
Vielleicht hilft dieser Artikel auch dir, etwas Schwere loszulassen oder mehr Verständnis für Dienstleister zu entwickeln. Oder darüber nachzudenken, dass wir am Ende alle nichts wissen. Denn was bedeutet am Ende Wahrheit?
Ich glaube, Wahrheit bedeutet, Liebe zu spüren für sich selbst und diese dann an andere weiterzugeben. Kein Hass, keine Aggression, kein Verurteilen, kein Neid, keine Missgunst, sondern Liebe. Am Ende ist es das, was jeder Gott predigt und was in vielen Filmen als die größte Macht dargestellt wird.
Danke fürs Lesen.
Liebe geht raus.
Fühl dich umarmt.
Und denk immer daran: Jeder von uns ist wichtig und kann etwas Gutes zum Leben beitragen, wenn du es zulässt.
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